Was auf den ersten Blick simpel klingt, ist im Alltag oft erstaunlich schwierig: genug Bewegung. Ob im Büro oder im Klassenzimmer – wir sitzen zu viel, bewegen uns zu wenig und verlieren dadurch genau das, was wir eigentlich brauchen: Energie, Fokus und Ausgleich.
Während Unternehmen mit langen Meetings und Bildschirmzeit kämpfen, sind es im Klassenzimmer oft lange Sitzphasen und nachlassende Aufmerksamkeit. Die Folgen sind ähnlich: Müdigkeit, Unruhe, sinkende Leistungsfähigkeit.
Genau hier setzt die MoveBox-Aktion an. Die Idee dahinter ist einfach und wirkungsvoll zugleich: Bewegung wird nicht als zusätzlicher Programmpunkt verstanden, sondern direkt in den Alltag integriert: niederschwellig, spielerisch und ohne grossen Aufwand.
Ob im Teammeeting oder zwischen zwei Schulstunden: Kleine, aktive Impulse bringen Körper und Kopf wieder in Bewegung. Und genau das macht den Unterschied. Denn anstatt auf kurzfristige Motivation zu setzen, schafft die MoveBox nachhaltige Routinen, sowohl im Unternehmen als auch im Klassenzimmer.
Wir haben bei Christian Utz, Projektleiter LerNetz, nachgefragt.
Was ist die MoveBox-Aktion eigentlich und welches Problem wollt ihr damit lösen?
Mit der MoveBox-Aktion wollen wir gesundheitsförderliche Arbeits- und Lernbedingungen schaffen, die das Wohlbefinden steigern, die Kreativität und den Teamgeist stärken.
Im Fokus stehen regelmässige aktive Mikropausen. Diese kurzen Bewegungseinheiten von wenigen Minuten entlasten nicht nur den Körper, sondern auch den Kopf. Sie helfen dabei, Ermüdung und Erschöpfung vorzubeugen und bringen neue Energie in den Alltag.
Wie läuft eine MoveBox-Aktion konkret ab – von der Einführung bis zum Abschluss?
Zu Beginn werden ausgewählte Bewegungs-Tools der MoveBox-Aktion gut sichtbar und leicht zugänglich in den Büro- oder Schulräumen platziert.
Gesundheitspromotor:innen informieren die Teilnehmenden über den Ablauf der vierwöchigen Aktion und zeigen auf, weshalb regelmässige Bewegungspausen wichtig sind. Zusätzlich erhalten alle Zugang zu digitalen Impulsen und Werkzeugen. Als gemeinsames Zielbild dient der sogenannte MoveBaum.
Am Starttag beginnt die Aktion offiziell. Das Ziel: täglich kurze aktive Pausen in den Alltag integrieren, sogenannte Moves. Für jeden absolvierten Move wird der gemeinsame MoveBaum symbolisch mit farbigen Stickern ergänzt. So wird sichtbar, wie sich die gemeinsame Bewegungskultur entwickelt.

Nach vier Wochen wird die Aktion abgeschlossen. Der bunte MoveBaum steht dabei sinnbildlich für das gemeinsame Erreichte. Die beliebtesten Bewegungstools bleiben anschliessend weiterhin im Raum verfügbar und erinnern daran, auch langfristig aktive Pausen in den Alltag einzubauen.
Was bringt die MoveBox konkret einem Unternehmen, Team einer Schule oder Klasse?
Regelmässige Bewegungspausen helfen dabei, Stress vorzubeugen und neue Energie zu tanken. Gleichzeitig fördern sie Konzentration, Kreativität und das allgemeine Wohlbefinden.
Darüber hinaus stärkt die gemeinsame Bewegung auch den Klassen- oder Teamgeist. Die kurzen Pausen schaffen kleine gemeinsame Erlebnisse im Alltag und bringen neue Dynamik in Gruppen.
Was steckt alles in der MoveBox – und wie werden die Tools im Alltag genutzt?
Die MoveBox enthält sieben bewährte Bewegungstools, die sich unkompliziert im Büro oder Klassenzimmer einsetzen lassen. Ergänzt wird das Set durch das MoveBoard aus Holz, auf dem die Tools sichtbar und griffbereit platziert werden können. Zusätzlich gibt es Zugang zu einer digitalen Plattform mit vielfältigen Bewegungssnacks und Impulsen. Plakate und Sticker für die Aktion runden das Angebot ab.
Wichtig ist, dass die Tools möglichst niederschwellig verfügbar sind – etwa im Sitzungszimmer, neben der Kaffeemaschine, beim Drucker, im Gang oder direkt im Klassenzimmer. Idealerweise werden pro Tag ein bis zwei kurze Bewegungspausen eingebaut.
Für wen eignet sich die MoveBox besonders und gibt es auch individuelle Anpassungsmöglichkeiten?
Die MoveBox-Aktion eignet sich sowohl für bewegungsaffine als auch weniger bewegungsaffine Personen und insbesondere für Personen, die im Alltag viel sitzen oder stehen und dadurch oft einseitige Körperhaltungen haben. Die Anwendung ist einfach, selbsterklärend und macht schnell Spass. Unternehmen und Schulen können zwischen einer Basic-Version oder einer individuell zusammengestellten Auswahl aus insgesamt 17 Bewegungstools wählen.
Was macht die MoveBox nachhaltig – also wie stellt ihr sicher, dass die Wirkung über die Aktion hinaus bleibt?
Nach der Aktion bleiben die Bewegungstools in der Regel weiterhin im Betrieb oder Klassenzimmer. Dadurch werden die Räume langfristig bewegungsfreundlicher gestaltet und aktive Pausen bleiben sichtbar verankert. Bei Bedarf können jederzeit weitere Tools ergänzt werden. Wir empfehlen, ähnlich wie bei bike to work, die Aktion wiederkehrend einmal jährlich durchzuführen.
Wichtig ist ausserdem, dass Entscheidungsträger:innen von Anfang an eingebunden werden und die Aktion aktiv mittragen. Denn damit Bewegung selbstverständlich Teil des Alltags wird, braucht es auch eine entsprechende Kultur und Akzeptanz im Team oder in der Schule.
Die vierwöchige Dauer der Aktion spielt dabei ebenfalls eine wichtige Rolle. Sie schafft genügend Zeit, um neue Gewohnheiten auszuprobieren und nachhaltig im Alltag zu etablieren.
Ein zentraler Faktor ist zudem der Spass: Die gemeinsame Bewegungsmomente schaffen positive Erlebnisse und fördern die intrinsische Motivation, sich auch langfristig regelmässig zu bewegen.
Denn das Ziel ist klar: Bewegung soll nicht die Ausnahme sein, sondern ein selbstverständlicher Teil des Tages.

Autor: Nik Jud